BBL Finals

Bonner Arbeiter gleichen aus

Neue Halle gut, Verteidigung gut, Ergebnis gut: Alles bestens für die Telekom Baskets Bonn, die nach ihrem 81:71-Erfolg über Alba Berlin wieder vom ersten Meistertitel träumen dürfen.

Von Jens Möller
 11.06.2008 |

Der Anfang war noch traurig: Wehmütig nahmen die Fans der Telekom Baskets Bonn vor dem Spiel Abschied von ihrer alten Hardtberghalle und machten sich geschlossen auf den Weg zum neuen Telekom Dome. Am Ende des zweiten Finalspiels zwischen Bonn und Alba Berlin, mit dem die neu erbaute Spielstätte der Baskets eingeweiht wurde, war die Wehmut aber der Begeisterung gewichen. 6.000 Zuschauer in der ausverkauften Arena erlebten einen erkämpften 81:71-Sieg der Bonner, mit dem die Baskets die Finalserie gegen die Favoriten aus der Hauptstadt nach deren Auftaktsieg wieder ausglichen.

Gleich von Beginn an übten die Baskets hohen Druck auf die Alba-Akteure aus. Defensiv sehr variabel, ließ Bonns Trainer Mike Koch seine Spieler immer wieder von Presse auf Zone auf Mannverteidigung umschalten. Während Kochs Mannschaft vorne punkten konnte ? vor allem US-Forward Ronald Burrell ließ sich kaum aufhalten und erzielte teils in spektakulärer Manier 17 Zähler in der ersten Halbzeit ?, zeigten sich die Berliner vom Engagement des Gegners beeindruckt. Alba-Topscorer Julius Jenkins fand zunächst nicht ins Spiel. Letztlich verdankten es die Albatrosse ihrem Spielmacher Bobby Brown und dessen fünf Dreiern in der ersten Halbzeit, dass der Rückstand zur Pause nur acht Punkte betrug (45:37).

Auch im dritten Viertel wirkte der Favorit ideenlos gegen das Baskets-Bollwerk. Symptomatisch waren drei Offensivfouls von Alba-Akteuren in Folge. Berlins Trainer Luka Pavicevic versuchte in dieser Phase vergebens, dem Spiel seiner Mannschaft wieder mehr Struktur zu geben. Auch die Bonner Wurfquote begann zu sinken.

Die wichtigen Würfe trafen sie aber, so wie US-Forward Eddie Basden, der mit ablaufender 24-Sekunden-Uhr einen Hakenwurf von hinter der Dreipunktelinie versenkte. Als Teamkollege Winsome Frazier (Foto) dann per Dunking den Vorsprung sogar auf 16 Punkte schraubte (61:45; 29. Spielminute), war es wiederum Bobby Brown, der mit einem Dreipunktewurf in der Schlusssekunde des dritten Viertels den Baskets-Vorsprung auf 61:48 schrumpfen ließ.

Obwohl Nationalspieler Philipp Zwiener den letzten Spielabschnitt mit einem weiteren Berliner Dreier eröffnete, behielten die Bonner die Ruhe. Basden und Spielmacher Miah Davis punkteten unbedrängt unter dem Korb. Die Berliner Verteidigung ließ einfach die nötige Intensität missen. Brown mit einem Dreipunktespiel und Jenkins per Dunking verkürzten drei Minuten vor dem Ende zwar noch einmal auf acht Punkte (73:65). Doch Bonn gab in der Folge den Ball in die Hand von Regisseur Davis, der mit einem erfolgreichen Dreier und gezogenen Fouls das Spiel sicher nach Hause brachte.

Für die Bonner punkteten Ronald Burrell (21 Zähler), Miah Davis (17), Winsome Frazier (10) und der erneut kämpferisch überragende Bernd Kruel (10) zweistellig. Auf Berliner Seite gelang dies Bobby Brown (21), Julius Jenkins (12) und Goran Nikolic (10). Die Albatrosse verbuchten 19 Ballverluste (Bonn: 13). Damit steht es nach Siegen 1-1 in der Finalserie. Es war die erste Auswärtsniederlage der Berliner in diesen Playoffs.

Das dritte Spiel findet am Sonntag, den 15. Juni, um 15 Uhr in der Berliner Max-Schmeling-Halle statt.

Höchstleistungen des zweiten Finalspiels:

Punkte: 21, Ronald Burrell (BON), Bobby Brown (BER)
Rebounds: 6, Goran Nikolic (BER)
Assists: 5, Miah Davis (BON)
Steals: 2, Ronald Burrell, Miah Davis (beide BON)
Blocks: 2, Winsome Frazier (BON), Patrick Femerling (BER)
Dreier: 6, Bobby Brown (BER)




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von Crossover 30.05.2012 um 13:12:08


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