BBL Finals

Bonn schlägt zurück

Die Telekom Baskets Bonn stehen kurz vor dem wahrscheinlich größten Triumph in der Klubgeschichte. Die Bonner setzten sich im dritten Spiel der Finals gegen die EWE Baskets Oldenburg mit 78:81 durch und haben damit die Führung in der Serie zurückerobert. Ein Schlüssel zum Erfolg war dabei die starke Leistung von Johannes Strasser (Foto).

Von Joshua Wiedmann
 21.06.2009 |

Eine Frage stand vor dem dritten Finals-Auftritt besonders im Raum: Würde erneut die Auswärtsmannschaft, wie in den zwei Partien zuvor, den Sieg aus der gegnerischer Halle mitnehmen können? Im Klartext also: Würden die Telekom Baskets Bonn, ihres Zeichens die Gäste in jener dritten Begegnung, siegreich die EWE Arena zu Oldenburg verlassen können – und das bereits zum zweiten Mal in diesen Finals? Eines stand im Vorhinein jedoch fest: Der Gewinner der Partie würde mit insgesamt zwei Siegen in der Serie dem Gewinn der Meisterschaft beträchtlich näher gekommen sein.

Bonn kommt schwer in Fahrt, ...

Für die Bonner standen die Sterne vor Spielbeginn allerdings nicht sonderlich gut. Leistungsträger Winsome Frazier ging zwar trotz einer Verletzung am Bein, die er sich in der zweiten Partie zugezogen hatte, von Beginn an in die Partie, wurde jedoch frühzeitig von den Oldenburgern als Schwachstelle in der Verteidigung ausgemacht. Immer wieder suchten die Gastgeber in der Anfangsphase ihren Shooting Guard Je’Kel Foster, der vom verletzten Frazier kaum in den Griff zu bekommen war.

Während Foster Oldenburg mit zwei Körben schnell in Führung brachte (4:0), lief bei den Bonnern offensiv wie defensiv wenig zusammen. Auch der zwischenzeitliche Anschluss (6:5) durch die Bonner Vincent Yarbrough und E.J. Rowland veränderte das Gesamtbild der ersten Minuten nur marginal: Oldenburg präsentierte sich in allen Belangen besser, bewegte den Ball immer wieder gut und griff auch an den Brettern beherzt zu. Erst die Einwechslung von John Bowler und Johannes Strasser (Foto) auf Seiten der Gäste brachte frischen Wind in das Spiel der Telekom Baskets: Zwei Drei-Punkte-Würfe der Eingewechselten sowie ein wilder Layup von Strasser mit der Viertelsirene beförderten die Bonner wieder in Reichweite (20:16).

An den Punkte- und Machtverhältnissen sollte sich in den ersten Angriffen des zweiten Viertels wenig ändern. Oldenburg blieb stets mit einigen Zählern in Führung, konnte jedoch nicht wirklich Kapital aus den vielen vergebenen Wurfchancen der Bonner schlagen. Bei Oldenburg nahm nun Je’Kel Foster das Heft mehr und mehr in die Hand und avancierte des Öfteren auch zum Vorlagengeber für seine Mitspieler. Allerdings bekamen die EWE Baskets defensiv Bonns Aufbauspieler Johannes Strasser nicht den Griff, der erst per Korbleger und dann mit einem schwierigen Drei-Punkte-Wurf aus der Bewegung gegenhielt (29:25). Auch Brandon Bowman, der Bonn exakt eine Woche zuvor mit 26 Punkten zum ersten Sieg in der Serie geführt hatte, markierte nun seine ersten Zähler, wurde kurz darauf von Michael Koch jedoch nach seinem dritten Foul wieder auf die Bank beordert.

In den folgenden Minuten konnten sich die Oldenburger wieder ein Polster erspielen. Angeführt von Rickey Paulding, der von der Freiwurflinie sowie im Fastbreak teils spektakulär einnetzte, baute die Heimmannschaft den Vorsprung auf 40:27 aus. Doch erneut ließ sich Bonn nicht abhängen, nutzte eine kurze Schwächephase der Oldenburger aus und kam bis zur Halbzeitpause wieder auf 44:39 heran.

Auch nach dem Seitenwechsel hatten die Gäste vom Rhein zunächst das Momentum auf ihrer Seite. Nach einem erfolgreichen Distanzwurf von Oldenburgs Milan Majstorovic verkürzte die Truppe von Mike Koch auf 48:45, ehe sich EWE-Baskets-Head-Coach Predrag Krunic zu einer Auszeit gezwungen sah.

Die ausdrucksstarke Ansprache des 41-Jährigen sollte Früchte tragen: Mit Je’Kel Foster als Initiator zweier klasse Aktionen setzten sich die Hausherren wieder auf 53:45 ab; erst bediente der US-Amerikaner Mitspieler Marko Scekic wunderschön unter dem Korb, anschließend verwandelte der Guard einen schwierigen Wurf von „Downtown“.

... ist dann aber nicht mehr aufzuhalten.

Um ein weiteres Mal konnten die Oldenburger den Gästen mit einem Lauf jedoch nicht den Zahn ziehen. Mehrere Mal wussten die Bonner nun ihre Größenvorteile unter dem Korb – bedingt durch Foulprobleme der Oldenburger Innenspieler – auszunutzen. Zudem trafen sie nun auch ihre offenen Drei-Punkte-Würfe in Person von Vincent Yarbrough, der bis auf 60:58 verkürzte. Nach einem Fehlwurf der Oldenburger war es dann Strasser, der seiner Mannschaft mit einem weiteren Dreier die erste Führung des Spiels bescherte (60:61).

Ähnlich spannend begannen die letzten zehn Minuten der Begegnung: Auf einen erfolgreichen Halbdistanzwurf von Foster antwortete einmal mehr der bärenstarke Johannes Strasser.

Beide Mannschaften verfielen nun in eine etwas ruppigere Gangart: Erst stoppte Strasser Oldenburgs Center Ruben Boumtje Boumtje mit einem unsportlichen Foul, dann war es Je’Kel Foster, der Bonns Artur Kolodziejski den Ball entgegen pfefferte und mit einem technischen Foul bestraft wurde. Den Bonnern gelang es in dieser Phasen, besser den Rhythmus aufrechtzuerhalten, in Person von Brandon Bowman gingen sie erneut in Führung (64:67). Nach einem Ballverlust von Foster verpasste es jedoch Bonns E.J. Rowland, die Führung zu erhöhen, indem er den Ball im Fastbreak nur auf den Ring setzte.

Auf Seiten der Oldenburger ergriff nun Rickey Paulding mehr denn je die Initiative – auch, weil MVP Jason Gardner (zwei Punkte, 0/7 FG) kein Faktor war. Fast im Alleingang hielt der „Highflyer“ seine Truppe im Schlussviertel auf Kurs. Während die Bonner immer wieder Punkte an der Freiwurflinie liegen ließen, netzte Paulding aus allen Lagen ein. In den letzten Minuten fand der Oldenburger Flügelspieler in Bonns Rowland jedoch einen würdigen Gegner: Abwechselnd sorgten die beiden Kontrahenten für Zähler für ihre Teams. Bonn wahrte bis kurz vor Schluss einen kleinen Vorsprung (71:74). Mit einem furiosen Treffer von „Downtown“ hatte Paulding aber einmal mehr die richtige Antwort parat und glich 28 Sekunden vor dem Ende zum 74:74 in der EWE Arena aus, die nun einem Tollhaus ähnelte.

Den entscheidenden Stich versetzte jedoch E.J. Rowland. Der Bonner Point Guard zog mit wenigen Sekunden auf der Uhr gegen Oldenburgs Gardner in die Zone und traf den Floater zur erneuten Führung der Gäste. Im Gegenzug wurde Pauldings Korblegerversuch von Ken Johnson geblockt. Rowland traf anschließend einen von zwei Versuchen von der Freiwurflinie zum 78:81. Die Oldenburger kamen daraufhin zu keiner Möglichkeit mehr, das Spiel doch noch in die Verlängerung zu schicken.

Die besten Akteure waren auf Seiten der siegreichen Bonner Center John Bowler (19 Punkte), Matchwinner E.J. Rowland (17 Zähler) sowie Johannes Strasser, der 15 Punkte markierte und in der Verteidigung erneut wichtige Akzente setzte. Auch die überragende Leistung von Rickey Paulding (27 Punkte) sowie die schlechte Freiwurfausbeute Bonns (56,7% FT) konnte nicht verhindern, dass die Mannen von Michael Koch in der Serie mit 2-1 in Führung gingen. „Am Ende hatten wir dann, trotz der vielen vergebenen Freiwürfe, das Glück, was man braucht, um eine solche Partie zu gewinnen“, meinte der überglückliche Head Coach der Rheinländer.

Bonn kann nun am kommenden Dienstag (18:30 Uhr) in eigener Halle die Meisterschaft perfekt machen. Die Partie wird erneut live von Eurosport übertragen werden.




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Kommentare

(8 Kommentare bisher)

von Äneas 21.06.09 um 20:26:33


ob ihr euch auch mal kurz fassen könntet? So lange Beiträge will doch niemand lesen.



von ricky_rodeo 21.06.09 um 20:47:00


@Äneas

Hmm, kommt da vielleicht einer aus Oldenburg??????



von Excellence 21.06.09 um 23:21:51


Die Länge ist perfekt ;-).



von Excellence 21.06.09 um 23:23:52


Die Länge ist perfekt ;-).

Allerdings kam der entscheidende Block von Yarbrough, wenn ich mich recht entsinne.



von Hoeneß_XL 21.06.09 um 23:42:15


also mal ernsthaft... warum steht hier nix vom goaltending von yarbrought und der block kurz vor schluss war ordentlich pushing an der hüfte zuvor. nach dem verschossen freiwurf wird abermals ein klares foul nicht gesene. bin neutral. aber das ein desaster der refs in den letzten 3min!



von Vince 22.06.09 um 10:00:55


boris schmidt hat ja auch gepfiffen...



von MyThoN 22.06.09 um 19:02:38


Schöne Zusammenfassung :)

Weiter so...



von BerlinAir 22.06.09 um 20:15:21


Ja, Bonn stand in diesen PO's noch nie mit weniger als sechs Mann auf dem Feld...was solls, solange die Show stimmt.



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