BBL Finals
Berlin besiegt Bamberg
In der BBL-Finalserie steht es nach einem 80:71-Heimsieg von Alba Berlin gegen die Brose Baskets Bamberg 1-1. In einer packenden Partie legten die Gastgeber vor über 12.000 Zuschauern in der o2 World kurz vor der Halbzeit den Schalter um und fuhren den verdienten Erfolg ein. Julius Jenkins war mit 21 Punkten Topscorer der Partie.
Von Thomas Käckenmeister |
08.06.2011 | |
Blitzstart für Bamberg
Alba Berlin ging mit hohen Erwartungen in die Partie, wollte das Team von Muli Katzurin doch unbedingt die Endspielserie gegen den Titelverteidiger ausgleichen. Doch es waren die Gäste, die besser aus den Startlöchern kamen. Acht Punkte ohne Antwort landeten im Netz der Berliner, Bamberg versenkte die ersten fünf Wurfversuche aus dem Feld zum 2:10 nach weniger als drei gespielten Minuten. Alba überzeugte weniger durch ein schlagfertiges Angriffsspiel – 4:20 nach knapp sechs Minuten – als durch heftige Rotationen. Coach Muli Katzurin wechselte in der Anfangsphase heftig durch; allein zwölf Wechsel wurden während dieser Phase notiert. Das Konzept der Hausherren griff jedoch weniger. In den letzten 3:36 des Auftaktviertels verbuchte Alba noch zehn Zähler, um den Pausenstand von 14:28 halbwegs erträglich zu gestalten.
Alba legt den Schalter um
Im zweiten Abschnitt schien die robuste Verteidigung der Gäste weiterhin zu stehen; einfachste Korbleger der Berliner waren nicht von Erfolg gekrönt. Bambergs zweistellige Führung hatte weiterhin Bestand, ehe Julius Jenkins und Heiko Schaffartzik das Heft in die Hand nahmen. Alba Berlin legte dank der beiden Guards, die während eines 16:2-Laufs zusammen zwölf Zähler einnetzten, den Schalter um und spielte fortan wie entfesselt. Es schien nun, als würden Würfe, die zuvor nicht durch den Ring fielen, durch die aufgeheizte Atmosphäre der 12.432 Zuschauer den notwendigen Kick erhalten. Ein Tipp-in zur Halbzeitpause durch Julius Jenkins, der im gesamten Spiel neun seiner 17 Feldwurfversuche traf, deutete beim Stand von 41:42 auf zwei weitere, spannende Viertel hin.
Offener Schlagabtausch nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel kam Bamberg erneut besser aus der Kabine und erzielte die ersten sechs Punkte. Alba antwortete jedoch direkt und erkämpfte sich durch ein Dreipunktespiel von Bryce Taylor in der 25. Minute die erneute Führung (52:51). Der Vorsprung wuchs sogar bis auf vier Zähler an, als der im ersten Finalspiel unauffällige Immanuel McElroy seine ersten beiden Punkte aus dem Feld nach einem Fastbreak zum 57:53 versenkte. Bamberg ließ sich aber nicht abschütteln und hatte in Brian Roberts, der den am Sprunggelenk verletzten John Goldsberry ersetzte, einen nervenstarken Mann, der mit fünf Punkten in Folge das 58:58-Unentschieden zum Ende des dritten Viertels herstellte.
Berlin mit dem längeren Atem
Es dauerte über zwei Minuten im letzten Viertel, ehe auf der Videoanzeige die nächsten Punkte hinzugefügt wurden. Berlin erspielte sich durch McElroy, Miroslav Raduljica (17 P) sowie einen stark aufspielenden Jenkins eine Achtpunkteführung (67:59, 34. Min), die Bamberg jedoch prompt durch Treffer von Predrag Suput und Tibor Pleiß konterte. Ein Dreipunktewurf von Taylor Rochestie vier Minuten vor Schluss brachte Berlin dann mit einem Bein auf die Siegerstraße (72:67). Den zweiten Fuß bekamen die Hauptstädter schließlich durch einen Hakenwurf von Yassin Idbihi 82 Sekunden vor dem Ende (76:69) auf den Erfolgsweg. Am Ende stellten McElroy und Jenkins (23 P, 4 R, 4 S) den verdienten Sieg zum Serienausgleich an der Freiwurflinie sicher.
Für Bamberg trafen Suput (12 P), Roberts (16 P) und Jacobsen (16 P) zweistellig. Bei den Berlinern trafen zwar nur Jenkins und Raduljica zweistellig, doch insgesamt markierten acht Albatrosse fünf oder mehr Zähler.
Trainerstimmen zum Spiel
Chris Fleming (Brose Baskets Bamberg):
Ich bin sehr zufrieden mit unserem Start, aber wir haben im zweiten Viertel mit zu wenig Energie gespielt. Wir haben defensiv zu viel die Hände eingesetzt, so dass Alba ständig an der Freiwurflinie stand und wir unseren Schwung verloren haben. Die zweite Halbzeit war dann lange ausgeglichen. Am Ende hat Berlin wichtige Würfe getroffen und wir nicht. Julius Jenkins war dabei sehr entscheidend. Aber wir werden jetzt nicht lange traurig sein sondern freuen uns auf Spiel drei.
Muli Katzurin (Alba Berlin):
Wir sind sehr schlecht gestartet und es schwer zu verstehen, warum. Doch muss ich meinem Team auch viel Respekt zollen, dass es so ein starkes Comeback abgeliefert hat. Das ist nicht einfach gegen einen Gegner wie Bamberg. In der zweiten Halbzeit haben wir die meiste Zeit „richtig“ gespielt, haben die richtigen Entscheidungen getroffen. Ich bin sehr froh für alle in diesem Club, dass uns der Ausgleich gelungen ist. Nun haben wir eine best-of-three Serie. Um in Bamberg zu gewinnen, müssen wir aber einmal 40 Minuten konstant gut spielen.
Finalserie wieder offen
Trotz teilweise fragwürdiger Rotationen von Coach Katzurin gelang es Alba Berlin, nach dem katastrophalen Start Ruhe zu bewahren und sich zurück in die Partie zu kämpfen. Mit beherzter Offensive und Fans, die ihr Team nach vorne peitschten, schafften es die Albatrossen, ein weiteres Heimspiel in dieser Saison austragen zu dürfen. Bevor jedoch die vierte Partie am 14. Juni (20 Uhr) auf dem Programm steht, kommt es am kommenden Samstag (11. Juni) zum dritten Aufeinandertreffen in Bamberg. Sprungball ist um 20 Uhr in der Stechert Arena.



von Suck My Diktiergerät 08.06.11 um 22:18:18
schönes spannendes spiel. hoffen wir das beste für eine weiterhin spannende serie :)
von eightch 09.06.11 um 08:36:33
dieses finale ist absolute werbung für deutschen basketball... ich hoffe der bleibt dann auch nach der em in der türkei dem dsf erhalten...
von PPP 09.06.11 um 12:20:43
Nur für die, die es nicht wissen:
der vertrag beko-sport1 ist unter anderem wegen
der basketball-WM in der türkei zustande gekommen,
und die war 2010.
ansonsten gutes spiel, aber einige referee-entscheidugen
naja
von Hurricane 09.06.11 um 12:36:11
Nur, das Sport1 seit Oktober nicht mehr auf DFBT läuft was micht bischen anpisst ^^
von eightch 09.06.11 um 12:52:41
@ppp das habe ich gemeint... hab wieder schön zwei sachen in einen satz gepackt ;)