Jul
07
1. Amorbacher Basketball Challenge
12:00 Uhr Parzival Sporthalle, Amorbach




BBL Finals

Bamberg verteidigt den Titel

Die Brose Baskets Bamberg sind deutscher Meister 2011! Die Franken bezwangen Alba Berlin im entscheidenden fünften Spiel mit 72:65 und machten damit die Titelverteidigung perfekt. Dabei hatte Alba lange Zeit gute Karten gehabt, zum Bamberger Albtraum zu werden.

Von Joshua Wiedmann
 18.06.2011 |

Ein fünftes Final-Spiel - der Höhepunkt jeder Saison. Mehr geht nicht. Anspannung und Nervosität einer ganzen Endrunde, eines ganzen Jahres sind am Siedepunkt. Die Nerven aller Beteiligten sind zum Zerreißen gespannt. Nach der Vorbereitung im Sommer, 34 Hauptrunden-Spielen, Auftritten im Pokal und den europäischen Wettbewerben sowie drei langen Playoff-Serien sind alle physisch und psychisch ausgelaugt - und trotzdem gilt es, in einem solchen Spiel nochmals alle Kräfte zu mobilisieren. Denn ein fünftes Spiel kann über den Ausgang - Erfolg oder Misserfolg - einer ganzen Saison entscheiden.

Letztlich zählt nämlich nur noch die Meisterschaft. Für die Brose Baskets Bamberg wäre es das Erreichen der „Titel-Quadriga“, der vierte Erfolg in Serie nach zwei Pokalsiegen 2010 und 2011 sowie der letztjährigen Meisterschaft. Für Alba Berlin wäre der Titelgewinn ein versöhnlicher Abschluss einer lange unversöhnlichen Saison, ein Erfolg, der die Beschwerlichkeiten der letzten Monate überdecken würde und den einstigen Liga-Krösus wieder an die nationale Spitze bringen würde.

Ein Duell auf Augenhöhe

Von Beginn an hielt die Partie, was sie versprach: Intensität, Einsatz und Kampfgeist waren auf beiden Seiten auf höchstem Niveau, und so entwickelte sich schnell ein Duell auf Augenhöhe. Berlin erwischte eine gute Anfangsphase (3:4; 7:8) und vermied damit - wie in Spiel drei in Bamberg - schnell in Rückstand zu geraten.

Im Laufe des ersten Viertels schien Bamberg aber Oberwasser zu gewinnen: Angetrieben vom starken Kyle Hines konnten sich die Hausherren erstmals etwas absetzen. Nach einem Sprungwurf von Predrag Suput (20:27) sah sich Alba-Coach Muli Katzurin genötigt, eine Auszeit zu nehmen. Berlin fing sich aber schnell und kämpfte sich mit bissiger Verteidigung und guter Ballbewegung ins Spiel zurück. Durch je zwei Körbe des exzellent aufgelegten Julius Jenkins (16 P in der ersten Hälfte) und Yassin Idbihi sowie einen Layup von Taylor Rochestie münzten die „Albatrosse“ den Rückstand fix in eine Führung um (29:30).

Berlin nimmt das Zepter in die Hand

Mit dem Seitenwechsel riss der Aufschwung der Gäste aus Berlin aber nicht ab: Mit einem Drei-Punkte-Spiel von Julius Jenkins und einem weiten Dreier durch Tadija Dragicevic baute Alba seinen Vorsprung weiter aus. Bamberg wahrte zwar den Anschluss, aber spätestens mit einem spektakulären Dunking von Bryce Taylor (36:40) war das Momentum auf Seiten der Gäste. Angetrieben durch Brian Roberts, der als Scorer und Vorlagengeber nun in Aktion trat, blieb Bamberg aber auf Schlagdistanz und glich kurz vor dem Ende des dritten Viertels gar aus (48:48). Erneut hatte Berlin aber eine passende Antwort parat: Mit Ablauf der Vierteluhr traf Heiko Schaffartzik einen schwierigen Wurf aus der Halbdistanz zum 48:52.

Spannung bis zum Schlusspunkt

„Es ist jetzt eine Frage des Willens“ - mit dieser Aussage leitete Sport1-Kommentator Manni Winter in das letzte und entscheidende Viertel über. Und tatsächlich ging es nun um puren Einsatz: Auf beiden Seiten wurde nun um jeden Ball gekämpft, und beide Teams waren nun offensichtlich mit ihren Kräften am Ende.

Bis zum Schluss stand das Spiel auf Messers Schneide: Mit einem wahnsinnigen Dreier aus gut acht Metern brachte Bryce Taylor die „Albatrosse“ 100 Sekunden vor Schluss mit 62:64 in Führung. Bamberg konterte aber im Stile eines Champions: Ausgerechnet der angeschlagene John Goldsberry brachte die Hausherren mit einem Distanzwurf wieder in Front (65:64). Einen Angriff später ließ Berlin Brian Roberts offen im Eck stehen, der diesen Lapsus prompt mit einem Dreier bestrafte (68:64) - die Stechert Arena stand 37 Sekunden vor Schluss Kopf!

Der Rest war ein Schlagabtausch an der Freiwurflinie, der aber nichts mehr am Ausgang der Partie ändern konnte. Bamberg verteidigte in einem würdigen fünften Spiel (72:65) den Titel und bleibt damit an der Spitze der Beko BBL.




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Kommentare

(7 Kommentare bisher)

von EvgenyF 18.06.11 um 23:57:14


Glückwunsch, verdient Meister geworden.



von Suck My Diktiergerät 19.06.11 um 00:05:17


schade für alba, aber höchstverdient. kann man nix gegen sagen. Glückwunsch an Bamberg.



von realbaum 19.06.11 um 12:28:20


wird zeit das die bayern kommen (omg hab ich das jetzt wirklich geschrieben) und die liga wieder etwas spannender wird (auch wenn das letzte finale durchaus spannend war)...

trotzdem glückwunsch an bamberg.



von EvgenyF 19.06.11 um 21:12:04


ich finde aber die bambergtruppe sympatisch. gönne den titel auch für das kommende jahr, da mich ihre spielweise imponiert.
bayern sind für mich eher die miami heat. aber genau wie alba tun diese clubs dem basketball gut, da sie polarisieren.



von RUN & GUN 19.06.11 um 21:54:16


als eingefleischter franke war die titelverteidigung wirklich ein wahnsinnsding!!

trotzdem möchte ich alba meinen höchsten respekt aussprechen. sie haben den "bamberger bauern" alles abverlangt und sie fast in die knie gezwungen. und zwar mit einer mannschaft, die zur hälfte im laufe der saison zusammenkam (plus trainerwechsel)!!

so spannend kanns von mir aus gern weitergehen nächste saison!



von eightch 20.06.11 um 08:49:48


coole serie - hätte nach spiel eins allerdings nicht gedacht das sie über die volle distanz geht.



von Suck My Diktiergerät 23.06.11 um 01:28:34


das dachte ich auch nicht vor beginn der serie ;)

bamberg wirkte einfach zu dominant.



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