BBL Finals
Bamberg schlägt zurück
Die Brose Baskets Bamberg haben in ihren Titelhunger im dritten Finals-Spiel der Beko BBL untermauert: Die "Brösels" besiegten Alba Berlin klar mit 90:74. Bamberg hat damit bereits am Dienstag in Spiel vier der Serie die Gelegenheit, den Meistertitel erneut ins Frankenland zu holen.
Von Joshua Wiedmann |
11.06.2011 | |
Nach dem überraschenden Sieg von Alba Berlin im zweiten Spiel stellte sich vor dem dritten Aufeinandertreffen in der Finals-Serie die Frage, wie Bamberg auf dem mentalen Aussetzer reagieren würde. Die Franken hatten den vierten Spielabschnitt in der Hauptstadt mit 13:22 abgeben, was maßgeblich für die 71:80-Pleite war. Aus Berliner Sicht drängte sich die Frage auf, ob die „Albatrosse“ das Hochgefühl aus dem letzten Viertel in der O2 World nach Bamberg würden übertragen könnten.
Gavel und Hines geben den Takt vor
Tatsächlich schien es zu Beginn, als hätten die Gäste aus der Hauptstadt im zweiten Spiel Selbstbewusstsein getankt: Mit einer aggressiven Verteidigung erwischten die Berliner ihren fränkischen Kontrahenten in den Anfangsminuten auf dem falschen Fuß (0:5). Bamberg rehabilitierte sich jedoch schnell und kam spätestens nach dem zweiten Foul von Miroslav Raduljica, der zu Beginn einige Akzente für Alba setzte, ins Rollen. Insbesondere Anton Gavel (Foto) und Kyle Hines (10 P im ersten Viertel) - beide in Spiel zwei mit Ladehemmungen (sieben bzw. drei Zähler) -, zeigten sich sehr aggressiv. Konsequent erhöhten die Hausherren von 13:9 über 19:12 auf 24:15.
Dominanz à la Bamberg
Im zweiten Viertel zogen die „Brösels“ dann auf eine Art und Weise davon, wie es vermutlich nur der amtierende Meister aktuell im deutschen Basketball vermag. Die ersten vier Würfe fielen in den Berliner Korb. Berlin ließ in dieser Phase zu viele einfache Würfe zu, Bamberg traf allerdings auch mit traumwandlerischer Sicherheit (17/28 FG in der ersten Halbzeit). Nachdem sich die Fleming-Truppe schon zwischenzeitlich auf 16 Zähler hatte absetzen können (44:28), bewirkte eine Auszeit von Albas Coach Muli Katzurin zumindest ein kurzfristiges Aufbäumen der Berliner Mannschaft (48:35).
Wirkliche Auswirkungen zeigte dieser kurze Laufe der Gäste aber nicht: Bamberg hielt das Tempo hoch, zwang Berlin zu schlechten Würfen, Ballverlusten und in der eigenen Offensive zu zahlreichen Fouls. Durch fünf Punkte von Predrag Suput erhöhten die Gastgeber den Vorsprung bis zum Halbzeitpfiff auf 18 Zähler (53:35).
Berlin kämpft - aber ohne Erfolg
Würden die Berliner nach dem Seitenwechsel am Vorsprung der Bamberger rütteln können? Die Mannschaft von Chris Fleming zeigte schnell, dass sie nicht gewillt war, die „Albatrosse“ auf Tuchfühlung kommen zu lassen. Quasi jede erfolgreiche Aktion der Berliner konterten die „Brösels“ mit eigenen Zählern und hielten ihren Gegner damit auf Abstand. Auf Seiten Albas kämpfte vor allem Heiko Schaffartzik beherzt und schloss die Begegnung als einer der wenigen Berliner Akteure mit einer guten Leistung (15 P, 3 A) ab.
Insgesamt kam aber erneut zu wenig von den Berliner Leistungsträgern. Julius Jenkins, der noch in der Anfangsphase der Partie mit einigen Treffern und einem Dunking über Kyle Hines auf sich aufmerksam gemacht hatte, wurde mehr und mehr unsichtbar (8 P). Der Berliner Frontcourt erwischte - mit Ausnahme Miroslav Raduljicas (11 P) - einen rabenschwarzen Tag; Yassin Idbihi und Derrick Allen verwarfen zusammengenommen alle ihre neun Versuche aus dem Feld. Dies war selbstverständlich auch mit der hervorragenden Bamberger Verteidigung geschuldet, die auch im dritten und vierten Viertel nicht locker ließ und Berlin immer wieder in schlechte Wurfpositionen brachte. So konnte Brose-Baskets-Coach Chris Fleming es sich in den Schlussminuten gar erlauben, seine Nachwuchsakteure aufs Parkett zu schicken, was wenig am klaren 90:74-Erfolg der Hausherren ändern sollte.
Ein kleiner Wermutstropfen blieb jedoch aus Bamberger Sicht: Brian Roberts verletzte sich im letzten Spielabschnitt und verließ humpelnd das Spielfeld. Sollte der wichtigste Bankspieler des Meisters im vierten Spiel der Final-Serie am Dienstag (20.00 Uhr, live auf Sport1) fehlen oder angeschlagen sein, könnte es im Bamberger Backcourt eng werden, denn auch der etatmäßige Aufbauspieler John Goldsberry machte nach einer Sprunggelenksverletzung noch keinen guten Eindruck bei seinem Comeack.



von Crossover 17.05.2012 um 08:47:00
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