BBL Finals
Ausnahmezustand
Alba Berlin gewinnt das dritte Finalspiel gegen die Telekom Baskets Bonn mit 30 Punkten Unterschied. Nun fehlt den Hauptstädtern nur noch ein Sieg zur Meisterschaft.
Von Thomas Käckenmeister |
15.06.2008 | |
Am Ende sah es aus wie im Training. Wenige Minuten vor Spielende sahen Oskar Faßler von Alba Berlin und die beiden Bonner Matthias von Heydebrand und Fabian Thülig ihre ersten Minuten in der diesjährigen Finalserie. Als der 19-jährige Berliner Shooting Guard dann sogar noch einen Dreipunktewurf einnetzte, wusste auch der letzte der 8.861 Zuschauer in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle, dass dieses Spiel ein ganz besonderes aus Berliner Sicht war. Mit 99:69 gewann die Truppe von Luka Pavicevic das dritte Duell gegen Bonn und ging damit mit 2-1 im Meisterschaftsrennen in Führung.
Dabei sah es nach den ersten zehn Minuten noch nach einer spannenden Begegnung aus. Mit einer Zwei-Punkte-Führung gingen die Gäste vom Rhein in den zweiten Abschnitt, in dem sie kurze Zeit später mit mehr als zehn Punkten in Rückstand lagen. Dank gut zusammenarbeitender Verteidigung erspielte Berlin sich einfache Punkte und hatte nach einem Dreipunktespiel von Patrick Femerling (Foto) in der 18. Spielminute den Vorsprung auf 14 Zähler ausgebaut. Bonn fand in dieser Phase nicht zu seinem Spiel, sodass Aleksandar Nadjfeji, der erneut bärenstark aufspielte, kurz vor der Pause den Vorsprung auf 20 Punkte vergrößerte. Bonn gelangen im zweiten Viertel nur neun Zähler, Berlin hingegen 35.
Nach dem Seitenwechsel dasselbe Bild: Bonn versuchte viel, Berlin gelang alles. Mit spektakulären Aktionen, darunter mehrere Dunkings nach Fastbreaks, löste Alba nach einem 10:0-Lauf bei den Fans grenzenlosen Jubel aus. Erst nach fünfeinhalb Minuten im dritten Viertel gelangen Bonn die ersten Punkte der zweiten Hälfte, doch zu diesem Zeitpunkt waren die Weichen bereits auf Sieg für die Hausherren gestellt. Innerhalb von nur 15 Minuten war das Spiel zugunsten der Albatrosse entschieden.
Nach dem dritten Viertel kratzten Bobby Brown und Co. an der 40-Punkte-Marke ? mit 83:45 ging es ins Schlussviertel -, die Immanuel McElroy (Foto) mit einem Korbleger dann auch kurze Zeit später durchbrach. Doch die Magentafarbenen setzten alles daran, nicht vollkommen demoralisiert zurück nach Bonn zu reisen. Artur Kolodziejskis Treffsicherheit von außen (3/5 3FG) sowie das Inside-Game von Moussa Diagne und Patrick Flomo (je 10 Pkt) reduzierten den Rückstand auf unter 30 Punkte. Am Ende traf Bobby Brown, der erneut sowohl spektakuläre Dunks auspackte als auch vier Dreier eintütete, per Buzzerbeater zum Endstand aus gut acht Metern.
Das Spiel wurde im zweiten Viertel entschieden, musste auch Bonns Head Coach Mike Koch am Ende eingestehen: ?Wir sind gut ins Spiel hineingekommen, aber Alba hat sich dann stark unter dem Korb durchgesetzt. Das war unser Manko heute.? Berlin traf insgesamt 23 von 24 Versuche aus unmittelbarer Korbnähe, Bonn netzte nur 15 von 31 Versuchen aus der Zone ein. Insgesamt traf Alba 70 Prozent seiner Feldwürfe, darunter zehn von 20 Dreier. Bonn hingegen kam nur auf 41,5 Prozent aus dem Feld und fünf Treffer bei 13 Versuchen von Downtown.
Bei Alba Berlin ragten Julius Jenkins (26 Pkt, 4 Reb, 5 Ast), Bobby Brown (16 Pkt, 6 Ast) und Aleksandar Nadjefji (16 Pkt, 5 Reb, 5 Ast) heraus. Vor allem das Teamspiel war ein Schlüssel zum hohen Sieg der Gastgeber: Sie spielten insgesamt 23 Vorlagen, während Bonn nur neun Assists an den Mann bringen konnte. Die Topscorer der Bonner waren Bernd Kruel (13 Pkt, 5 Reb) und Winsome Frazier (11 Pkt, 2 Stl).
Am Dienstag, den 17. Juni, um 20.15 Uhr wird die vierte Partie im Bonner Telekom Dome ausgetragen.
Höchstleistungen des dritten Finalspiels:
Punkte: 26, Julius Jenkins (BER)
Rebounds: 5, Aleksandar Nadjfeji (BER), Bernd Kruel (BON)
Assists: 6, Bobby Brown (BER)
Steals: 2, vier Bonner Spieler
Blocks: 3 Patrick Femerling (BER)
Dreier: 4, Bobby Brown (BER)



von Crossover 30.05.2012 um 13:11:56
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