BBL Finals
Alles unter Kontrolle
Im ersten Spiel um die deutsche Meisterschaft setzte sich Alba Berlin gegen die Telekom Baskets Bonn durch. Vor allem Aleksandar Nadjfeji und Bobby Brown ragten dabei heraus.
Von Thomas Käckenmeister |
08.06.2008 | |
Alba Berlin gegen Telekom Baskets Bonn 78:69 (1-0)
Der Kampf um die Meisterschaft ist stets ein Kräftemessen um jeden Ballbesitz. Jeder Korb ist umkämpft. Manchmal fliegen auch Worte, um den Gegner aus dem Konzept zu bringen. Beunruhigender wird es allerdings dann, wenn Aktionen abseits des Balles und der Augen der Offiziellen stattfinden, die auch im Nachhinein die Gemüter beschäftigen.
Im ersten Finale zwischen Alba Berlin und den Telekom Baskets Bonn lieferten sich Immanuel McElroy und Artur Kolodziejki in der ersten Halbzeit einen Zweikampf, der in einem ungeahndeten Fausthieb des Berliners an die rechte Schulter des Bonner Ersatzmanns gipfelte. Trotz der Intensität, die die Playoffs mitsichbringen, war dies einer der Augenblicke der Auftaktpartie der BBL Finals 2008, der für ausreichend Gesprächsstoff bis zur zweiten Begegnung sorgen wird.
Obwohl die Bonner durch starke Verteidigungsleistungen in diese Endspielserie einzogen, liefen sie bereits kurz nach Spielbeginn einem Rückstand hinterher. Zur Viertelpause fingen sie sich bereits 25 Zähler ein. Die Gastgeber, bei denen insbesondere Aleksandar Nadjfeji bis zur Halbzeit zwölf seiner 19 Zähler sowie vier seiner insgesamt acht Rebounds beisteuerte, gaben nur kurzzeitig die Kontrolle über das Spielgeschehen ab, sodass Berlin mit einer 39:30-Führung in die Pause ging.
Nach dem Seitenwechsel gelang es den Bonnern, den Rückstand dank einer Umstellung in der Verteidigung zwischenzeitlich auf vier Zähler zu drosseln. Doch aufgrund der Berliner Routine, die in geschickter Kombination mit Halbfeldangriffen und Fastbreaks zum Ausdruck kam, behielten die Albatrosse weiterhin die Kontrolle über die Partie.
Gerade Aufbauspieler Bobby Brown, der zwar nur einen seiner acht Dreipunktewürfe verwandeln konnte, war es zu verdanken, dass der Vorsprung der Hausherren einem zweistelligen Wert entgegenlief: Mit zwei Dunkings im dritten und einem unglaublichen Reserve-Layup im vierten Abschnitt sorgte er somit nicht nur für die spielerischen Höhepunkte einer dennoch spannenden Begegnung, sondern auch für den nötigen Abstand auf die Gegner.
Am Ende waren es Freiwürfe von Brown (8/10 FT, insgesamt 19 Punkte und vier Assists), Julius Jenkins (6/8 FT, 14 Punkte, fünf Rebounds, fünf Assists) und McElroy (4/5 FT, 13 Punkte, sechs Rebounds), die den ersten Sieg der BBL Finals sicherstellten.
Für die Bonner, die im wiedergenesen Ronald Burrell ihren Topscorer (16 Punkte, sieben Rebounds) hatten, kamen vier weitere Akteure auf mindestens neun Zähler.
Ausschlaggebend für die Niederlage der Magentafarbenen war vor allem die Freiwurfanzahl: Die Berliner traten mehr als doppelt so oft an die Linie (36:17 FT) als die Bonner.
Nach der Begegnung stand vor allem der anfangs erwähnte Zwist zwischen McElroy und Kolodziejski im Mittelpunkt der Analyse. Albas Manager Marco Baldi sprach davon, dieses Vorkommnis "nicht auf die Goldwaage" zu legen. Obwohl in den Playoffs eine besondere Härte an Tag gelegt wird, ermahnte Bonns Ersatzaufbau Johannes Strasser die Schiedsrichter zu mehr Aufmerksamkeit.
Bereits am Mittwoch haben die Bonner in eigener Halle die Chance, die Serie auszugleichen. War die Truppe von Michael Koch in der Hardtberghalle in den diesjährigen Playoffs bisher ungeschlagen, öffnet dann die neue Heimstätte, der Telekom Dome, erstmals seine Pforten. Dann geht es wieder darum, wer das Spiel kontrolliert.
Höchstleistungen des ersten Finalspiels:
Punkte: 19, Aleksandar Nadjfeji, Bobby Brown (beide BER)
Rebounds: 8, Aleksandar Nadjfeji (BER)
Assists: 5, Julius Jenkins (BER)
Steals: 3, Julius Jenkins (BER), Winsome Frazier (BON)
Blocks: 3. Patrick Femerling (BER)
Dreier: 1, vier Spieler



von Crossover 17.05.2012 um 08:51:54
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